Mit Leichtigkeit durch Ihren Alltag im Homeoffice

Mit diesen Expertentipps meistern Sie den digitalen Arbeitstag

Der Begriff Homeoffice oder Homeschooling, ist innerhalb kürzester Zeit für uns alle ein gängiger Begriff geworden. Bei dieser rasanten Entwicklung stellt sich die Frage, wie wir den Alltag im Homeoffice so produktiv und angenehm wie möglich gestalten können. Die folgenden Tipps können Ihnen genau dabei behilflich sein.

Viele Unternehmen mussten Corona – bedingt in der ersten Lockdownphase einen Großteil ihrer Angestellten ins Homeoffice schicken. Deutschlandweit waren es im Januar 2021 knapp 24% aller Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände verlegen mussten. Sowohl für die Unternehmen als auch für die Arbeitnehmer stellte dies eine große Herausforderung dar. Global Player wie beispielsweise Vodafone, Apple oder Amazon, hatten es bei der Umstellung, allein schon aus finanzieller Sicht, natürlich weniger schwer, als kleinere Unternehmen.

eingerichteter Arbeitsplatz im Homeoffice
Quelle: unsplash

Nicolas Lieven aus der NDR Info – Wirtschaftsredaktion hat sich mit genau dieser Thematik auseinandergesetzt und unterstreicht die Annahme. „Es ist für viele Unternehmen sehr aufwändig alles ins Digitale umzustellen und das liegt allein schon an der Technik, denn vieles fehlt einfach: Laptops, Notebooks aber natürlich auch Softwares (…)“, so Lieven. Nur so lassen sich auch die enormen Meinungsunterschiede zum Thema Homeoffice in der Gesellschaft erklären. Während nämlich eine Umfrage bei Vodafone ergeben hat, dass 70% der befragten Mitarbeiter das Homeoffice vorziehen und auch langfristig lieber von zu Hause aus arbeiten würden als vor Ort, wurden bei Befragungen kleinerer Firmen teilweise komplett andere Ergebnisse verzeichnet. Einige der Befragten, klagten beispielsweise über psychische Belastungen, ausgelöst durch den digitalen Arbeitsalltag

Abgesehen von der immer noch anhaltenden pandemischen Lage, wird das Homeoffice in der Zukunft für viele Arbeitnehmer unumgänglich sein. Aufgrund einer Vielzahl an Vorteilen des Homeoffice, werden viele Unternehmen langfristig auf das sogenannte Hybride Arbeiten setzen. Da man als einfacher Mitarbeiter eines Unternehmens kaum beeinflussen kann, was und wie viel an Materialien vom Arbeitgeber bereitgestellt wird, sollte man alles daran setzen, sich selbst Methoden und Wege anzueignen, um das Arbeiten in den eigenen vier Wänden so angenehm und dennoch produktiv wie möglich zu gestalten.

Zeiteinteilung im Homeoffice Alltag

Oft werden von Unternehmen keine festen Arbeitszeiten für die Arbeit im Homeoffice vorgeschrieben. Die Zeiten werden zwar für gewöhnlich erfasst, jedoch ist den Angestellten vieler Unternehmen freigestellt, wann sie die vorgesehene Arbeit absolvieren. Und genau hier zeichnet sich die erste Hürde ab. Viele Menschen sind auf sich gestellt, wenn es darum geht, die Arbeit im Homeoffice eigenständig zu strukturieren.

Frau Dr. Hannah Schade vom Leibniz Institut in Dortmund befasst sich mit diesem Thema. Sie sieht eine große Gefahr darin, wenn die Zeit im Homeoffice nicht richtig eingeteilt wird. Wenn man sich selbst keine festen Arbeitszeiten im Homeoffice vorschreibe, so könne es schnell passieren, dass diese verfließe. So würde man das Gefühl bekommen, die ganze Zeit am Arbeiten zu sein und keine Freizeit mehr zu haben. Befinde man sich zu lange in einem solch unstrukturierten Arbeitsalltag im Homeoffice, sei ein „(…) Burnout vorprogrammiert“, so Dr. Schade. Primär steht also an, einen geregelten Ablauf in den Homeoffice Alltag zu bekommen. Dabei ist es wichtig Pausen einzuhalten, um sich vor Überarbeitung und zu hohem Stress zu schützen.

Fester Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden

Ein mindestens ebenso wichtiger Punkt, um das Arbeiten im Homeoffice zu erleichtern, ist der Arbeitsplatz an sich. Es sei sehr wichtig, den Arbeitsplatz nicht ständig zu wechseln. Viel mehr sollte man einen festen zu haben, wo man so ungestört wie möglich ist und sich wohl fühlt. Arbeitet man beispielsweise am Esstisch seines Wohnzimmers, so ist davon auszugehen, dass man seinen Arbeitsplatz mehrmals am Tag räumen muss. Spätestens wenn die Familie zu Mittag essen möchte.

Einrichtung und Anpassung im Homeoffice Alltag

Ebenso wichtig sei es, auf die Lichtverhältnisse zu achten, so die Augenoptik – Ingenieurin Mirijam König, vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung in Dortmund. Die direkte Umgebung und die Arbeitsfläche sollten dabei bestenfalls genauso Hell oder Dunkel eingestellt sein, wie der Computer, an dem man arbeitet. Folgen von schlechter und-/oder ungleichmäßiger Beleuchtung am Arbeitsplatz seien Kopfschmerzen, trockene Augen oder erhöhter Augendruck und diese gelte es im Homeoffice schlichtweg zu vermeiden.

Nun müsse der Arbeitsplatz auf die individuelle Köpergröße angepasst werden, dabei sollte Stuhl und Tisch so eingestellt sein, dass in den Armen und Beinen jeweils ein rechter Winkel entstehe. Eine falsche Körperhaltung am Arbeitsplatz könne nämlich schnell zu Durchblutungsstörungen führen, erklärt Frau König. Um die Durchblutung und somit auch die Konzentration anzukurbeln, sollte man mindestens jede Stunde aufstehen und idealerweise Dehnübungen machen. Die Bewegung dürfe im Homeoffice nicht zu kurz kommen. Denn das viele Sitzen belaste auf Dauer die Bandscheiben und könne Rückenschmerzen erzeugen, so König weiter.

Einen Ausgleich finden

Um den Alltagsstress im Homeoffice zu verringern, reiche es laut der Diplom – Ingenieurin jedoch nicht nur aus Bewegungspausen am Arbeitsplatz einzulegen. Mindestens einmal am Tag, sollte man sich an die frische Luft begeben. Ein Spaziergang am Mittag reguliere den Stress, fördere die Konzentration und sorge für einen ruhigeren Schlaf.

Kontakte pflegen im Homeoffice Alltag

Zu guter Letzt, der im Homeoffice wohl am schwierigsten zu kompensierende Aspekt, nämlich die fehlenden sozialen Kontakte. Gerade für Menschen die allein Leben, bestehe im Homeoffice die Gefahr der Isolation, die auch schnell zu Depressionen führen könne. Nicht ohne Grund bemängeln viele Menschen die fehlende soziale Interaktion. „Ich habe unter der Woche das Gefühl, dass ich nur noch virtuell existiere“, erzählt eine Befragte mit bedrückter Stimme. Es habe demnach oberste Priorität, seine sozialen Kontakte zu pflegen, auch wenn man sie situationsbedingt nicht persönlich sehen kann. Ständige Interaktion mit Kolleg*innen oder Freunden seien essenziell, um das soziale Wohlbefinden zu stärken. Zwei Telefonate mit Freunden oder Bekannten würden am Tag ausreichen, um das Gefühl der sozialen Isolation vorzubeugen, fügt König ergänzend hinzu. Detaillierte Informationen zur psychischen Gesundheit im Homeoffice finden Sie in diesem Interview.

Obwohl das Geschäftsmodell Homeoffice noch recht jung ist, gibt es dennoch schon einige fundierte Tipps und Tricks für das Arbeiten von zu Hause. Ein paar der wichtigsten sind hier ausgeführt. Befolgt man diese, merkt man schnell, dass schon kleine strukturelle Änderungen im Homeoffice – Alltag, großes bewirken können.

Fazit

Stellt die Umstellung der Arbeitsverhältnisse ins Digitale eine Herausforderung für die Gesellschaft dar? Ja, mit Sicherheit. Die Vorteile, die das Homeoffice mit sich bringt, werden sich erst nach und nach etablieren können, und dennoch sind sie erkennbar. CO2 Emissionen werden durch die wegfallenden Arbeitswege sinken, die Arbeit nimmt weniger Zeit in Anspruch, wodurch mehr Zeit für die Liebsten übrigbleibt, und man wird ein Stückweit mehr sein eigener Chef. Mit Hinblick auf die gerade entstehende „Metaverse“ oder verschiedensten Pilotprojekten in Richtung „Smart City“, wird deutlich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich ein Teil der Arbeitswelt auch langfristig gesehen ins Digitale verschiebt. Demnach ist jetzt sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer die Zeit, das Geschäftsmodell Homeoffice so zu optimieren, dass es in Zukunft nicht nur eine notgedrungene Option darstellt, sondern eine neue und vielleicht sogar bessere Art des Arbeitens.

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