Homeoffice FAQs

Homeoffice-FAQ - Die häufigsten Fragen & Antworten zum Thema Homeoffice

Solange Homeoffice nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag festgelegt wurde, haben Arbeitnehmer*innen grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Allerdings zeigt die Praxis, dass Arbeitgeber*innen generell kulant sind und ihren Angestellten freiwillig Homeoffice anbieten.

In Deutschland gilt generell für Arbeitnehmer*innen keine Pflicht, die komplette Arbeitszeit aufzuzeichnen. Somit gilt im Homeoffice ebenfalls keine Pflicht für Angestellte, ihre Arbeitszeiten zu erfassen. Anders sieht es aber für Arbeitgeber*innen aus. Diese haben die Pflicht, alle Tätigkeiten über der vertraglich geregelten Arbeitszeit (Überstunden), aufzuzeichnen (§16 Arbeitszeitgesetz).
Grundsätzlich gilt es für jeden Angestellten, die geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen. Theoretisch und rein rechtlich ist es nicht erlaubt sich während der Arbeitszeit um private Angelegenheiten zu kümmern. Darunter fällt auch die Kinderbetreuung. Dies gilt jedoch nur, wenn die Arbeitszeiten klar festgelegt sind, so wie es beispielsweise im Schichtdienst ist. Darf man sich als Angestellter aber die Arbeitszeit flexibel einteilen, so spricht rein rechtlich gesehen auch nichts gegen die Kinderbetreuung im Homeoffice - sofern man am Ende die vertraglich vorgeschriebene Arbeitszeit erfüllt und die Arbeit nicht darunter leidet.
Für die Steuerformulare des Jahres 2020 gibt es keine eigene Zeile für die Homeoffice Spalte. Man kann die Homeoffice-Pauschale aber in der Zeile 47 der Anlage N unter "Weitere Werbungskosten" eintragen. Falls man die Steuererklärung über Elster erledigt, so gibt es dort einen Hinweis. Bei der Steuererklärung für 2021 gibt es eine Extra Zeile für die Homeoffice-Pauschale.
Im Homeoffice sollte man ebenfalls Wert auf eine gute Teamarbeit legen. Um dies zu erreichen sollte auf eine gute Kommunikation mit seinen Kolleg*innen geachtet werden. Regelmäßige Meetings und Absprachen sind hier das A und O, wobei hier wichtig ist, eine klare Linie einzuhalten und nicht wegen Kleinigkeiten ein Meeting zu eröffnen, da der Workflow darunter leiden könnte. Aufgaben und Verantwortlichkeiten sollten sinnvoll eingeteilt werden. Eine gute Planung und Übersicht der anstehenden Abgaben und Deadlines sollten Angestellte im Homeoffice ebenso wie im Büro einhalten. Hierbei können verschiedene Tools und Apps sinnvoll sein.

Generell haben Arbeitgebende dafür zu sorgen, dass der Arbeitsplatz der Angestellten sicher ist und die Mitarbeiter*innen vor Gefahren geschützt sind. Im Homeoffice ist dies aber nicht so einfach, da der Arbeitgebende kein generelles Zutrittsrecht in die private Wohnung seiner Angestellten hat. Mitarbeiter*innen müssen einwilligen, bevor der Arbeitgebende in die Wohnung zur Besichtigung des Homeoffices eintreten kann.

Auch im Homeoffice gelten die üblichen Regelungen bezüglich den Arbeits und Ruhezeiten. Ist eine Arbeitszeit von 8 Stunden pro Tag im Vertrag festgelegt, so gilt das ebenfalls im Homeoffice. Die Pausen, sowie das Arbeitsverbot an Sonn und Feiertagen gilt auch im Homeoffice.
Um den Arbeitsplatz im Homeoffice von der Steuer absetzen zu können, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. Zunächst einmal muss der Arbeitsplatz im Homeoffice der einzige Platz sein, welches dem Angestellten für die Arbeit zur Verfügung steht. Homeoffice muss also der Mittelpunkt der betrieblichen Tätigkeit sein. Trifft dies nicht zu, so kann der Arbeitsplatz nicht von der Steuer abgesetzt werden. Weitere Informationen bezüglich Steuern im Homeoffice findet ihr in unserem Artikel über die Steuerlichen Aspekte im Homeoffice.  
Wie auch im Büro gilt im Homeoffice: Alle Tätigkeiten, die zur Arbeitsleitsung dienen, sind von der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Darunter fällt aber beispielsweise nicht der Weg zur Kita, zur Schule oder zu sonstigen Kinderbetreuung, falls der Angestellte im Homeoffice Kinder zu betreuen hat.
Dass die Grenzen zwschen der Arbeit und dem Privaten immer weiter ineinander fließen, hat sich vorallem durch die Covid-19 Pandemie gezeigt. Durch das Smartphone und dem Laptop sind Arbeitnehmer*innen ständig erreichbar, was ebenfalls zu den fließenden Übergangen zwischen Arbeit und Privat beitragen können. Psychische Belastungen und Erschöpfungszustände können also entstehen, wenn Angestellte nicht abschalten können. Abhilfe kann hier eine klare Richtlinie und Vereinbarungen bezüglich den Arbeitszeiten zwischen Arbeitnehmer*innen und den Vorgesetzten schaffen. Sinnvolle Möglichkeiten zur Regelung von Erreichbarkeitszeiten finden sich im 4. Kapitel des Handbuches der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.