Expert*innen der IHK München zum Thema Homeoffice

IHK München und Oberbayern – Expert*innen Interview

Im folgenden Interview geben mehrere Expert*innen der IHK München und Oberbayern ihre Meinung zu der bisherigen Entwicklung des Arbeitsmodells “Homeoffice” ab.

JustHomeoffice: Wie beurteilt die IHK die aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt zum Trend Homeoffice?

IHK München: Das Arbeiten aus dem Homeoffice heraus, egal ob während oder abseits der Corona-Pandemie, kann sich sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmen als wertvolle Alternative zu klassischen Arbeitsmodellen darstellen. Produktivitätssteigerungen, eine Erhöhung der Arbeitnehmer-Motivation, Optimierungen von festen Arbeitsplätzen und andere Vorteile können damit einhergehen. Doch abseits solcher Vorteile darf auch ein gewisser Mehraufwand und eine Umstellung der Arbeitsweise im Team nicht vernachlässigt werden.

Wie hat sich die IHK selbst an die Entwicklungen angepasst? Arbeiten bei der IHK mehr Leute im Homeoffice als vor der Pandemie?

Schon bereits vor der Pandemie gab es in der IHK München die Möglichkeit zum Mobilen Arbeiten. Durch die Corona-Pandemie hat dieses Arbeitsmodell eine ganz neue Relevanz gefunden. Aktuell besteht bekanntermaßen die gesetzliche Pflicht, den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Auch nach der Corona-Pandemie wird Mobiles Arbeiten bei der IHK München eine wichtige Rolle spielen und mit neuen Arbeitsmodellen wie Desk-Sharing flankiert.

Wird es sogar eines Tages Auszubildende geben, die ihre Lehre aus dem Homeoffice machen?

Aktuell ist das noch nicht absehbar. Im Berufsbildungsgesetz ist der Ausbildungsbetrieb als Ausbildungsstätte definiert. Homeoffice oder mobiles Arbeiten ohne Anwesenheit einer Ausbilderin oder eines Ausbilders kann daher nach den aktuellen Vorgaben keine Dauerlösung sein. In der aktuellen Pandemie-Situation war und ist es jedoch vertretbar, dass Auszubildende im Homeoffice arbeiten, wenn dies betrieblich ermöglicht werden kann. Auch im Homeoffice sind Auszubildende aber auszubilden und anzuleiten. Ausbilder müssen ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es wird deshalb empfohlen, Kontakt mit den Auszubildenden zu halten, konkrete Arbeitsaufträge zu erteilen und miteinander zu kommunizieren, insbesondere darüber, wie sich die Ausbildungsfortschritte gestalten. Der Ausbildungsnachweis muss weiterhin geführt werden. Siehe dazu auch eine Informationsbroschüre des DIHK.

Welche Aspekte des Arbeitslebens kommen im Homeoffice zu kurz und wie kann man da nachbessern?

Laut Studien ist der häufigste Kritikpunkt am Home Office oder Mobilem Arbeiten der fehlende direkte Kontakt zu Kollegen. Darunter kann auch der kurzfristige und kreative Austausch und das Zusammengehörigkeitsgefühl leiden. Es gibt aber zahlreiche Programme und Hilfsmittel, die das Arbeiten aus den eigenen vier Wänden heraus vereinfachen und den persönlichen Kontakt unterstützen. Ein zentraler Punkt bei der Arbeit im Home Office oder mobil von unterwegs ist die Datensicherheit und der Dokumentenschutz. Auch diesen Aspekt sollten Betriebe nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Welche Form der Unterstützung bietet die IHK für Unternehmen und Angestellte, um Homeoffice-Arbeit zu erleichtern?

Die IHK für München und Oberbayern informiert auf ihrer Webseite sowohl zu arbeitsrechtlichen Fragen rund um Home Office und Mobiles Arbeiten und gibt auch Ratschläge zu einer erfolgreichen Umsetzung im Betrieb.

IHK Ratgeber zum Thema Homeoffice

IHK

Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern


www.ihk-muenchen.de

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