Entspann dich! Yoga und Meditation im Homeoffice

Experteninterview: Dagmar Völpel erläutert die Vorteile, die Yoga und Meditation im Homeoffice mit sich bringen können.

Homeoffice-Arbeit führt häufig zu noch mehr Sitzen im Berufsalltag. Daher ist es wichtig Verspannungen durch zu wenig Bewegung vorzubeugen. Dagmar Völpel ist Geschäftsführerin von YIU Yoga in Unternehmen. YIU ist bereits seit 2005 auf dem Markt für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Seitdem sind eine Vielzahl von Yogaangeboten entstanden, die explizit die Bedürfnisse Berufstätiger aufnehmen. Alle Formate – Aktive Pausen, Yogakurse und Workshops – können auch online durchgeführt werden. Im Interview beantwortet Dagmar Völpel unsere Fragen rund um das Thema Yoga, Meditation und Entspannung im Homeoffice.

JustHomeoffice: Frau Völpel, wieso sollten Yoga und Meditation überhaupt Themen im Homeoffice sein?

Dagmar Völpel: Unabhängig davon, ob man im Homeoffice oder im Büro sitzt, stellen Yoga und Meditation hilfreiche „Tools“ dar, um sich sowohl körperlich als auch mental für die Anforderungen des Arbeitsalltages fit zu halten. Im Homeoffice kommt dazu, dass Pausen noch weniger geregelt sind als im Büro – insofern sind ein paar gezielte Yogaübungen ebenso wie eine kurze z.B. Atemmeditation gute Pausenoptionen.

Welche Beschwerden werden am häufigsten durch falsche Arbeitsplatzgestaltung im Homeoffice ausgelöst?

Im Büro erfüllen Schreibtisch, Stuhl, Anordnung von PC und Telefon, Beleuchtung in der Regel die Anforderungen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit. Wenn ich zuhause meine Büroarbeit am Küchentisch oder auf der Couch mache – sind noch nicht mal diese Minimalanforderungen für physiologisches Arbeiten erfüllt. Zu den üblichen Bürobeschwerden wie Verspannungen in Schulter-Nacken kommen dann noch Beschwerden entlang des ganzen Rückens – aber auch Atembeschwerden und langfristig Verdauungsprobleme dazu – weil ich im Sitzen den Verdauungstrakt zusammendrücke.

Wie können Yoga und Meditation die mentale Gesundheit beeinflussen?

Im Yoga und bei der Meditation wird volle Konzentration gefordert – auf das, was ich gerade tue. Den Atem, die Bewegung, das Konzentrationswort und den mentalen Fokus. Dadurch wird der Gedankenfluss verlangsamt – ich kann besser den einen klaren Gedanken fassen, um den es gerade wirklich geht. Unter Reizreduktion arbeitet das  Gehirn besser.

Inwiefern hilft Yoga bei der Stressbewältigung?

Ein wichtiges Element beim Yoga ist die Atemführung. Schon drei Minuten „Langer tiefer Atem“ verändert die biochemische Zusammensetzung des Blutes und reduziert nachweislich den Anteil der Stresshormone Adrenalin und Cortisol.

Welche Übungen helfen bei Schulter- und Nackenproblemen?

Der Klassiker: das Rollen der Schultern – nach vorne und nach hinten – je 10 x – gepaart mit Atemführung entlastet den Schultergürtel sofort. Für den verspannten Nacken hilft schon, den Kopf für 30 sec auf die Brust zu legen – ihn also regelrecht hängen zu lassen. Das Eigengewicht des Schädels zieht die Nackenmuskulatur auseinander und dehnt sie.

Wie oft und wie lange sollte man die Übungen absolvieren?

Immer dann, wenn man längere Zeit in einer unphysiologischen Haltung (= „Zwangshaltung“) verharrt hat – oder spätestens alle 90 min als kleine aktive Pause.

Wann ist die beste Zeit um Übungen zu machen?

s.o.

Was kann ich darüber hinaus noch gegen Verspannungen tun?

Wärme hilft  – Kirschkernkissen in den Nacken – Heizkissen für den unteren Rücken  – die heiße Badewanne oder der Gang in die Sauna.

Kann man Rückenschmerzen durch Übungen auch vorbeugen?

Ein klares JA!

Gibt es Möglichkeiten auch die Augen zu entlasten?

Es gibt im Yoga auch eine Vielzahl von Augenübungen. Hierbei ist zu beachten, diese dosiert einzusetzen – da sie im Übermaß auch zu Kopfschmerzen führen können.

Was für Formen und Arten von Kursen werden online angeboten?

Als Online-Format haben sich kurze, maximal 30 minütige Yogaklassen bewährt, in denen gezielt Übungen angeboten werden, die gut auf die körperlichen und mentalen Themen des Arbeitsalltages wie Stress, Rücken und Bewegungsapparat, Hände und Augen – aber auch Immunsystem wirken.

Wie könnten Arbeitgeber Aktionen für mehr körperliche Betätigung im Homeoffice einbauen?

In dem das Betriebliche Gesundheitsmanagement  Online-Angebote in die klassischen Pausenzeiten  vormittags, mittags oder nachmittags legt – oder auch vor oder nach der Arbeitszeit.

Dagmar Völpel

YIU Yoga in Unternehmen

Geschäftsführerin
Expertin für Gesundheitscoaching; Trainerin und Ausbilderin für Business Yoga
www.yogainunternehmen.de

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